Fachtagung zum 14. Kinder- und Jugendbericht in Dietzenbach

Foto: Kindel, Kreisstadt Dietzenbach

Bildung, Kinder und Jugend
31 Mär
Montag, 31. März 2014
Am 27. März 2014 fand in Dietzenbach die Fachtagung zum 14. Kinder- und Jugendbericht statt, die in Kooperation zwischen den beiden kommunalen Spitzenverbänden Hessischer Städtetag und Hessischer Landkreistag rund 80 Teilnehmer in die Kreisstadt lockte. Hier finden Sie alle Inhalte, Dokumente und Materialien.

Am 30. Januar 2013 hat die Bundesregierung den mit Spannung erwarteten 14. Kinder- und Jugendbericht (BT-Drucks. 17/12200) vorgelegt. Er will ein aktuelles, wissenschaftlich fundiertes Bild der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen zeichnen und den Wandel beschreiben, der das Aufwachsen der jungen Generation in den vergangenen Jahren verändert hat, aber auch Anregungen für Arbeitsbereiche der Kinder- und Jugendhilfe geben, die fort- und weiterentwickelt werden könnten und sollten.

Der Bericht ist in vier Teile gegliedert: Nach dem grundlegenden Teil A des Berichts folgen zwei umfangreiche Berichtsteile B und C. In Teil B werden die Lebenslagen von jungen Menschen in Deutschland beschrieben und analysiert. Anders als der 11. Kinder- und Jugendbericht enthält der 14. Kinder- und Jugendbericht einen eigenständigen Teil C über Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe im Wandel. Schließlich folgt Teil D – „Wege zu einer aktiven Gestaltung des Aufwachsens“, der aufbauend auf den vorangegangenen Teilen überlegenswerte Empfehlungen aufzeigt. Die Kommission ging dabei davon aus, dass sich die Kinder- und Jugendhilfe in den vergangenen Jahren insgesamt gesehen gut entwickelt hat und in den meisten Bereichen zufriedenstellend aufgestellt ist. Deswegen wollte sich die Kommission in Teil D im Wesentlichen auf solche Aspekte und Felder konzentrieren, wo dies nicht so ist, wo besondere Herausforderungen existieren und wo Handlungsbedarf besteht. Daraus leitete sie dann Empfehlungen für die Politik, die Fachpraxis sowie für Wissenschaft und Forschung ab.

Der Bericht wiederholt immer wieder den Auftrag an den Staat (Jugendämter) in Form der Trias „Schützen – Fördern – Beteiligen“. Dies soll ein wirkungsvolles Eingreifen des Staates ermöglichen. Damit nimmt der 14. Kinder- und Jugendbericht die Forderungen des Deutschen Jugendinstitutes auf, die dieses schon seit Jahren anmahnt.

Bemerkenswert ist die Aussage der Bundesregierung in ihrer Stellungnahme, dass die Kommunen finanziell so gut ausgestattet seien, die Vorschläge problemlos umzusetzen. Dabei hat die Kinder- und Jugendhilfe seit Jahren mit der Herausforderung überforderter Haushalte zu kämpfen. Dies liegt an mehreren Gründen:

  • Ausbau und Expansion von Jugendhilfeaufgaben,
  • Einführung neuer Standards (z. B. Bundeskinderschutzgesetz),
  • gestiegene Ansprüche an Qualität (Fachkraftausbildung),
  • politische Entscheidungen und neue Erwartungen an die Kinder- und Jugendhilfe (z. B. Ganztagsbetreuung),
  • veränderte Lebensverhältnisse und wachsende Bedarfe vor Ort (Stichwort gesellschaftliche Spaltung).

Positiv ist, dass die Kommission diese Schwierigkeiten aufzeigt. Jetzt müssen Lösungen her!

Die vom Hessischen Städtetag und dem Hessischen Landkreistag geplante gemeinsame Fachtagung am 27. März 2014 in der Kreisstadt Dietzenbach hat neben einem Überblick über die Kernaussagen die Möglichkeit zur Bewertung des Berichts vor dem Hintergrund der Erwartungen an den Bericht gegeben. Erörtert wurden zudem die Notwendigkeit und Umsetzbarkeit einiger Empfehlungen in Hessen.

Der Vormittag begann mit einem Referat von Dr. Christian Lüders vom Deutschen Jugendinstitut, der die Grundlinien und die Stellungnahme der Bundesregierung vorstellte und auf den Wohlfahrtspluralismus hinwies:

  • Staat mit öffentlicher Verantwortung,
  • Zivilgesellschaft mit privater Verantwortung im öffentlichen Raum,
  • Wirtschaft mit privater Verantwortung im öffentlichen Raum,
  • privater Sektor (Familie, Nahraum).  


Wichtige Akteure und Partner, deren Handeln aufeinander abgestimmt und aufeinander bezogen sein sollte, sind somit:

  • Kinder / Jugendliche
  • Eltern
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Schule
  • Wirtschaft
  • Medien
  • Zivilgesellschaft
  • Weitere Partner  


Das Kind muss wieder stärker in den Blick genommen werden. Kinder leben in einer virtuellen Welt.

In drei Workshops konnten sich die rund 80 Teilnehmer zu den folgenden Themen austauschen:

  • Steuerung in der Jugendhilfe zwischen Finanzsteuerung, Fallsteuerung und Wirkungsorientierung
  • Eigenständige Jugendpolitik
  • Perspektiven der Hilfe zur Erziehung – neue Hilfeformen erforderlich?


Als weitere Referenten wurden eingeladen: Prof. Dr. Dr. Michael Winkler von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena sowie Prof. Dr. Holger Ziegler von der Universität Bielefeld.

Abschließend diskutierten die Referenten sowie Jugendamtsleitungen aus Städten und Kreisen über die Wirkung des 14. Kinder- und Jugendberichtes.

Materialien
14. Kinder- und Jugendbericht inkl. Stellungnahme der Bundesregierung (7 MB)
Stellungnahme des Bundesrates
Folienvortrag Dr. Lüders 
Skript Prof. Dr. Holger Ziegler
Skript Prof. Dr. Dr. Michael Winkler

 

 

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