Ganztagsbetreuung erfordert mehr Engagement des Landes
Die Städte in Hessen fordern vom Land Hessen ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen für den Ganztag.
„Die Städte können den Anspruch auf Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter nur dann umsetzen, wenn das Land auskömmliche finanzielle und personelle Ressourcen bereitstellt“, sagt die Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Kultur des Hessischen Städtetages, Gießens Stadträtin Astrid Eibelshäuser, nach der heutigen Sitzung. „Wir können derzeit keine Aktivitäten des Landes erkennen, dass im Haushalt entsprechende Mittel eingestellt werden.“
Bekanntlich sollen Eltern ab August 2026 einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung ihrer Grundschulkinder haben, der stufenweise bis 2029 ausgeweitet wird. Bis dahin müssen die heute noch zahlreich fehlenden Ganztagsplätze geschaffen und die nötigen Betreuungskräfte ausgebildet werden. Eibelshäuser: „Um für jedes Kind einen Betreuungsplatz anbieten zu können, müssen Kommunen nach unseren Berechnungen mindestens 1,2 Milliarden Euro in Ausbau und Modernisierung investieren. Hier wünschen wir uns, dass das Land die Kommunen mit ausreichend Finanzressourcen unterstützt.“
Ein Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt zudem, dass in anderen Ländern eine deutlich größere Unterstützung von Seiten der Schulen festzustellen ist. „Die Jugendhilfe alleine wird keine Plätze für mehr als 200.000 Kinder schaffen können. Wir fordern daher das Land auf, den Ganztag an Schulen gemeinsam mit den Lehrern neu zu denken“, so Eibelshäuser. „Kommunen vermissen eine konzeptionelle und nachhaltige Unterstützung der Schulen und müssen daher regelmäßig den Nachmittag mit eigenen Ressourcen bestreiten. So aber kann das Ziel, ab 2026 jedem Kind in Hessen einen Betreuungsplatz anzubieten, nicht erreicht werden."
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