Hessens Kommunen noch tief im Schuldental

DeStatis / Zeichnen der Grafiken: HStT

Finanzen
22 Mai
Montag, 22. Mai 2017
Im bundesdeutschen Vergleich bleiben Hessens Kommunen weiterhin tief im Schuldental. Sie behalten den letzten Platz bei den Kreditmarktschulden je Einwohner und den viertschlechtesten Platz bei den Kassenkrediten.

Allenthalben besteht Freude über die Prognosen wachsender Steuererträge. Aber trotzdem: Hessens Kommunen bleiben tief im Schuldental.
Im Flächenländervergleich weisen die hessischen Kommunen bei den Kreditmarktschulden mit Abstand das schlechteste Datum auf. Die Kommunen in keinem anderen Flächenland verzeichnen Kreditmarktschulden in Höhe von 1983 Euro je Einwohner. Die übrigen Flächenländer folgen in beträchtlichem Abstand. Die nächstfolgenden Kommunen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen begnügen sich mit Beträgen zwischen 1500 Euro und 1600 Euro pro Einwohner an Kreditmarktverschuldung. Bemerkenswert immer wieder die Ostkommunen: Abgesehen von Thüringen verzeichnen sie Kreditmarktschulden lediglich im dreistelligen Bereich je Einwohner.

Bei den Kassenkrediten belegen die hessischen Kommunen den viertschlechtesten Platz
- direkt hinter der hochverschuldeten Westschiene mit dem Saarland, NRW und Rheinland-Pfalz. Ist der „Tabellenplatz“ für die hessischen Kommunen auch günstiger als bei den Kreditmarktschulden: Blickt man auf das steuerertragsstarke Trio Hessen, Bayern und Baden-Württemberg, so belegen die Kommunen der beiden anderen Bundesländer die Spitzenplätze: Kassenkredite sind für bayerische und baden-württembergische Kommunen ein gering belastendes Element. Auch in den beiden Ländern der Ostschiene, Sachsen und Thüringen, erfreuen sich die Kommunen vergleichsweise niedriger Kassenkreditschulden im gerade einmal zweistelligen Bereich je Einwohner.

Hessens Kommunen verzeichnen in den letzten sechs Jahren einen deutlich stärkeren Schuldenzuwachs als die Kommunen anderer Flächenländer (Grafik 1).

Der Hessische Städtetag hat den kommunalen Schuldenstand (Investitionskredite plus Kassenkredite) zum 31.3.2011 und zum 31.12.2016 gegenüber gestellt. Um die Einwohner zu vergleichen, haben wir die Daten der Einwohner stets zum 31.12.2015 verwendet. Dabei kam heraus, dass die hessischen Kommunen in dieser Zeitphase einen Schuldenzuwachs in Höhe von 529 Euro je Einwohner verzeichnen müssen. Nur den saarländischen Kommunen erging es noch schlechter. Vier Länder haben gegenüber 2011 sogar Schulden abgebaut: Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und – allerdings sehr knapp – Bayern.

Wie sehr die Schulden der hessischen Kommunen angestiegen sind, zeigt ein rein hessischer Sechsjahresvergleich vom 1. Quartal 2011 bis Ende 2016. Die Schulden sind bis zum Ende des Jahres 2015 stetig gewachsen (Grafik 2).

Immerhin verbindet sich mit den Daten aus der Grafik 2 auch eine Hoffnung: Erstmals im sechsjährigen Betrachtungsraum sind die Schulden der hessischen Kommunen vom Jahr 2015 auf das Jahr 2016 deutlich rückläufig. Vielleicht ist das ja eine Trendumkehr auch für die Zukunft.

Grafik 1

 Grafik 3

 

 Grafik 4

 

Grafik 2

 

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